Online Betrug

Ermittlungen zu Online Betrug, Internetbetrug und finanzieller Cyberkriminalität

Die Detektei Reimann führt Ermittlungen zu Online Betrug und Cyberkriminalität durch. Wir ermitteln in Asien, Afrika, Europa und Nordamerika erfolgreich bei Online-Betrug und gegen deren Täter.

Wir führen auch Ermittlungen zu internetbasierten Sicherheitsverletzungen, Zahlungsbetrug, Industriespionage und dem damit verbundenen Schaden durch.

Online Betrugsermittlung

Unser Team aus Experten für Betrugsermittlung und digitale Forensik ist als Branchenführer bei der Bekämpfung von Online-Kriminalität bundesweit anerkannt.

Heutzutage  sind solche Ermittlungsfähigkeiten gefragter denn je. Einbrüche in Unternehmen, Verstöße gegen staatliche Vorschriften und Betrug an Verbrauchern verursachen jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe, da staatlich gesponserte Hacker und organisierte kriminelle Banden um illegale Gewinne konkurrieren. Der größte Bankraub der Geschichte ereignete sich vor kurzem, als Diebe das SWIFT-Online-Nachrichtensystem infiltrierten und unbemerkt 101 Millionen Dollar von einer ausländischen Bank abzweigten.

Das Ermittlerteam von der Detektei Reimann verfügt über lange Erfahrung bei der Untersuchung von Online Betrug. Wir beobachten aufkommende Trends in der Computerkriminalität und nutzen modernste Technologie und innovative Methoden zur Untersuchung und Analyse.

Wir helfen bei der Lösung (und Vereinfachung) komplexer Probleme und beraten über geeignete Abhilfemaßnahmen und Gegenmaßnahmen. Unsere Untersuchungsberichte und Zeugenaussagen unterstützen unsere Kunden bei Zivilprozessen, Versicherungsansprüchen und Strafanzeigen.

Umfang einer Betrugsuntersuchung

Bei Internet-Betrug handelt es sich in der Regel um fiktive Personen und gestohlene Identitäten, die von Einzelpersonen – oder kriminellen Organisationen – in mehreren Ländern kontrolliert werden. Selbst wenn ein Betrugsverdacht besteht, kann es für die Opfer schwierig sein, Fakten von Fiktion zu unterscheiden.

Die typischen Schritte bei der Untersuchung von Online Betrug sind:
  1. Die Untersuchung beginnt mit der Überprüfung des Ablaufs der Ereignisse und des Zeitplans des Betrugs, um festzustellen, ob es wesentliche Beweise für einen Betrug gibt, und um das Ausmaß der finanziellen Verluste zu dokumentieren.
  2. Dann wird die Untersuchung fortgesetzt, um die wahre Identität und den Standort der verantwortlichen Parteien zu ermitteln.
  3. Sobald die Hauptverantwortlichen eindeutig identifiziert wurden, wird eine Hintergrundprüfung des Verdächtigen durchgeführt, um relevante Informationen über ihren Hintergrund zu entwickeln, einschließlich der Untersuchung der kriminellen Vergangenheit, der beruflichen Referenzen, der finanziellen Verbindlichkeiten und jeglicher Verwicklung in frühere Betrügereien.
  4. Diese Erkenntnisse werden detailliert in einem formellen Untersuchungsbericht zusammengefasst und durch Belege belegt.

Nach Fertigstellung des Untersuchungsberichts können wir Sie über mögliche nächste Schritte beraten, wie z. B. die direkte Kontaktaufnahme mit den verantwortlichen Parteien, um den sofortige Rückgabe der Kundengelder zu fordern, die Benachrichtigung der Strafverfolgungs- und Aufsichtsbehörden oder die Einreichung von Zivilklagen.

Koordination mit Strafverfolgungsbehörden

Die Detektei Reimann arbeitet bei der Untersuchung von Online-Delikten mit staatlichen, föderalen und ausländischen Strafverfolgungsbehörden zusammen. Wir beraten die Opfer, um sicherzustellen, dass ihre Verluste mit angemessener Priorität behandelt werden. Beschwerden werden in der Regel ernster genommen, wenn sie mit gerichtsfesten Beweisen und professionellen Berichten untermauert werden, die die relevanten Fakten zusammenfassen – einschließlich der beteiligten Personen, ihres aktuellen Standorts und ihrer möglichen kriminellen Handlungen.

Fallstudie: Finanzielle Wiederherstellung nach Online-Betrug

Kurz nachdem sie einen Geschäftsmann aus Hamburg auf einer Online-Dating-Website kennengelernt hatte, erklärte sich eine Frau aus München bereit, eine Reihe von Geschäftskrediten zur Finanzierung seines Offshore-Öl- und Gasbohrprojekts zu gewähren. Ihr Gesamtaufwand belief sich auf fast 250.000 €.

Ihre Finanzierungsentscheidung basierte nicht nur auf seinem Charme und Vertrauen. Sie hatte auch ihre Hausaufgaben gemacht: Sie besuchte die Website der Firma, in der er als Geschäftsführer tätig war, und prüfte andere von ihm vorgelegte Unterlagen, darunter Kopien von Verträgen für Bohrrechte vor der Küste Südafrikas. Sie war zuversichtlich, dass sich ihre Investition auszahlen würde.

Nach monatelanger Kommunikation per Telefon, E-Mail und Skype vereinbarten sie ihr erstes persönliches Treffen. Doch der weltreisende Geschäftsmann tauchte nie auf. Da sie vermutete, Opfer eines Online-Betrugs zu sein, bereitete sie sich auf einen Rechtsstreit vor, um ihre Investition zurückzuerhalten, und beantragte eine umfassende Vermögensdurchsuchung.

Die  Ermittler stellten fest, dass der Geschäftsmann und sein Unternehmen nicht existierten. Es handelte sich um eine falsche Persona, die von einer organisierten Verbrecherbande in Nigeria mit gestohlenen Identitäten und gefälschten Dokumenten geschaffen wurde. Die Ermittler setzten sich  mit den Betrugsabteilungen der Finanzinstitute in Verbindung, die an den Geldtransfers beteiligt waren, und konnten eine teilweise Rückerstattung der Investition der  Mandantin erreichen, nachdem die Gelder auf einem Überseekonto eingefroren worden waren.

Konsultieren Sie einen Privatdetektiv

Wir unterstützen Konzerne, kleine Unternehmen und Anwaltskanzleien bei der Aufklärung von Online-Kriminalität. Wir arbeiten auch im Auftrag von Verbrauchern, die einen finanziellen Schaden erlitten haben. Wenn Sie eine mögliche Untersuchung besprechen möchten, füllen Sie bitte das untenstehende Formular aus oder kontaktieren Sie uns.

Online Betrug: Beispiele

Wir befinden uns in einem Zeitalter, in dem fast jeder Zugang zum Internet hat. Milliarden von Menschen nutzen das Internet nicht nur, um ihre Meinung zu teilen, sondern auch um Transaktionen durchzuführen und sensible Informationen auszutauschen. Leider kommen mit dem Fortschritt auch böswillige Menschen, die auf ihre nächsten Opfer aus sind. Jedes Mal, wenn jemand auf das Internet zugreift, ist dies eine Gelegenheit für sie, ihren Zug zu machen.

Cyberkriminalität war schon immer eine Bedrohung, seit das Internet für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Die plötzliche Zunahme der Internet Verfügbarkeit ist für Onlinebetrüger ideal, um die Cyberkriminalität in einem alarmierenden Tempo ansteigen zu lassen. Statistiken zufolge wird Cyberkriminalität die Welt innerhalb von 2 Jahren etwa 2 Billionen Dollar kosten – viermal so viel wie im Jahr 2015.

Die monetären Verluste durch Onlinebetrug  sind nur ein Teil des größeren Bildes. Cyberkriminalität und Onlinebetrug  verursacht auch andere Probleme wie emotionale oder psychologische Schäden, Identitätsdiebstahl und den Verlust von Eigentum. Aus diesem Grund sollte die Verhinderung von Cyberkriminalität und OPnlinebetrug nicht nur für die Behörden, sondern auch für Unternehmen, Organisationen und einzelne Internetbenutzer eine Priorität sein.

Um zu vermeiden, Opfer von Cyberkriminalität oder Onlinebetrug zu werden, ist es für Internetnutzer wichtig, sich über die vielen verschiedenen Formen von Cyberkriminalität und möglichem Onlinebetrug zu informieren.

Identitätsdiebstahl und Eindringen in die Privatsphäre

Identitätsdiebstahl ist die häufigste Art von Internetkriminalität und versuchtem Onlinebetrug, bei der die privaten Daten eines Benutzers gestohlen und von den Tätern für verschiedene Zwecke verwendet werden, in der Regel für die Verbreitung falscher Informationen, die Durchführung von Transaktionen unter dem Namen des Opfers und den Angriff auf andere Personen im Internet.

Wie Sie sich schützen können

Stellen Sie immer sicher, dass Ihre privaten Konten sicher sind. Die meisten Fälle von Identitätsdiebstahl passieren aufgrund von leicht zugänglichen Konten. Sie sollten auch vorsichtig sein, wenn Sie bestimmte Websites besuchen, die in der Lage sein können, Informationen durch Trojaner oder Malware zu erhalten, die diskret an Ihr Gerät gesendet werden.

Fälle von online Betrug

Online Betrug Beispiel 1: EC-Karten – Kreditkarten-Betrug

Ähnlich wie Identitätsdiebstahl ist auch Geldautomaten-/Kreditkartenbetrug etwas, das aufgrund von Leichtsinn zu oft passiert. Die Täter nutzen gefälschte Websites, um Menschen zur Eingabe ihrer Geldautomaten-/Kreditkartendaten zu verleiten, in der Hoffnung, ein gutes Geschäft zu machen (in der Regel Produkte im Sonderangebot eines Fakeonlineshops). Die Website leitet die Daten an die Täter weiter, die sie dann für ihre eigenen Einkäufe nutzen können.

Wie Sie sich schützen können: Auch hier ist es wichtig, beim Betreten bestimmter Websites vorsichtig zu sein, um diese Art von Internetkriminalität zu vermeiden. Ist das Produktangebot zu gut, um wahr zu sein? Ist die Website zu aggressiv bei der Vermarktung von tollen Rabattangeboten? Das kann ein Zeichen dafür sein, dass Sie dieses Angebot ganz vermeiden sollten.

Online Betrug Beispiel 2: Scamming

Auch bekannt als “Nigerian Prince Scam” (Nigerianischer Prinzenbetrug), sendet der Täter eine E-Mail, in der er behauptet, Teil eines Königshauses in einem anderen Land (normalerweise Nigeria, daher der Name) zu sein und jemanden zu suchen, der sein Vermögen verwaltet. Allerdings bittet der Täter zunächst um eine kleine Überweisung, entweder als Zeichen des guten Willens oder als “technische Voraussetzung”, um die Transaktion zu ermöglichen. Sobald das Geld überwiesen wurde, wird der Täter nicht mehr gesehen oder von ihm gehört.

Wie Sie sich schützen können: Obwohl es diese Masche schon lange vor der Verbreitung des Internets gab, fallen immer noch viele Menschen darauf herein. Der beste Tipp ist, Geschäfte mit völlig Fremden zu vermeiden, vor allem solche, die große Geldbeträge versprechen.

Online Betrug Beispiel 3: Hacken

Unter Hacking versteht man den unbefugten Zugriff auf ein Social-Media-Konto, ein Gerät oder eine Informationsdatenbank mithilfe einer Reihe von Software-Skripten, die es dem Benutzer ermöglichen, die üblichen Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Sobald sich ein Hacker Zugang verschafft hat, steht es ihm frei, mit seinem Ziel alles Mögliche zu tun, sei es das Stehlen von Informationen oder deren Zerstörung.

Wie Sie sich schützen können: Leider wird der durchschnittliche Benutzer nie völlig sicher vor der Bedrohung sein, gehackt zu werden. Ein kompetenter Hacker kann und wird in kürzester Zeit zu leicht geschützten Zielen gelangen. Ihre beste Option ist es, sicherzustellen, dass alle Sicherheitsfunktionen Ihrer Geräte aktiv und auf dem neuesten Stand sind, um einen grundlegenden Schutz zu gewährleisten. Für den Fall, dass Sie Opfer eines Hackerangriffs werden, sollten Sie die Hilfe von Privatdetektiven mit entsprechendem Hintergrund in Anspruch nehmen.

Cyberkriminalität wird immer eine Bedrohung sein, aber das muss nicht bedeuten, dass Sie völlig schutzlos sind. Ein wenig Vorsicht und das Wissen, wen man um Hilfe bitten kann, kann viel dazu beitragen, vor Cyberkriminalität sicher zu sein.

So schützen Sie sich vor Romantik-Online-Betrug:

Online-Romantik-Betrügereien sind seit den Anfängen des Internet-Zeitalters weit verbreitet. Jedes Jahr werden Hunderttausende von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten Opfer von Online-Dating-Betrügereien. In der Tat hat allein die EU kürzlich berichtet, dass die jährliche Summe der Online-Romanzenbetrügereien 230 Millionen € erreicht hat.

Das ist eine enorme Zahl, wenn man bedenkt, dass nach Schätzungen von Interpol nur 15 % der Online-Dating-Betrügereien gemeldet werden. Geld, das auf diese Weise verloren geht, wird selten zurückerlangt, und so liegt der Schwerpunkt auf der Prävention. Im Folgenden finden Sie eine Liste, was Sie tun können, um sich vor Online-Romance-Betrug im Jahr 2021 zu schützen.

 
Bleiben Sie bei den ersten Gesprächen auf der Dating-Website

Für Menschen, die sich über Online-Dating kennengelernt haben, ist es am besten, eine Weile auf der Chat-Plattform der Dating-Seite zu bleiben, um Betrüger zu vermeiden, die über Messaging-Apps wie Viber, KIK oder WhatsApp nach Informationen fischen. Jemand, der schnell in die sozialen Medien wechseln möchte oder nach Ihrer Telefonnummer fragt, könnte andere Motive haben.

Überprüfen Sie Fotos doppelt

Betrüger verwenden oft gefälschte Fotos, die sich leicht über die Google-Suche oder eine umgekehrte Bildersuche finden lassen. Wenn dasselbe Foto mit einem anderen Personennamen auftaucht, ist es wahrscheinlich, dass Sie Ziel eines Liebesbetrugs geworden sind.

Online Betrug

Überprüfen Sie, wo die Fotos aufgenommen wurden

Täter die Romantik-Betrügereien durchführen lügen typischerweise über ihre gesamte Hintergrundgeschichte. Wenn sie sagen, dass ein Foto an einem bestimmten Ort aufgenommen wurde und die Suche nach dem Bild Informationen ergibt, die über die Metadaten einen anderen Ort angeben, dann ist das ein Warnsignal.

Neue Freunde per Video-Chat verifizieren

Es ist einfach, die Fotos von anderen zu verwenden, daher ist eine der einfachsten Möglichkeiten, einen Betrüger zu entlarven, um einen schnellen Video-Chat über FaceTime, Facebook Messenger, Skype oder eine andere Live-Video-Chat-App zu bitten. Ein Live-Gespräch ist ein sicherer Weg, um zumindest zu sehen, dass Sie mit einer echten Person sprechen.

Hinterfragen Sie, was sie über sich selbst sagen

Details sind wichtig, wenn es darum geht, sich vor Liebesbetrug zu schützen. Sie können Informationen, wie z. B. Angaben zu Errungenschaften, Eigenschaften und mehr überprüfen, um festzustellen, ob jemand nur Lügengeschichten erzählt. Sie können ein wenig Geld ausgeben und sich selbst Monate bis Jahre des Schmerzes und der Zeit davor ersparen, betrogen zu werden.

Seien Sie skeptisch bei Textnachrichten

Textnachrichten, die zu gut klingen, um wahr zu sein, oder zu gut durchdacht sind, können Skripte sein, die ein Romantik-Betrüger verwendet. Sie können den Inhalt von Textnachrichten und E-Mails googeln, um zu sehen, ob sie in irgendeinem Verzeichnis auftauchen oder ob sie plagiiert worden sind.

Romantik Betrug

Überprüfen Sie, woher die Emails kommen

Wussten Sie, dass Sie IP-Adressen über E-Mails überprüfen können? Ja, professionelle Betrüger wissen, wie sie ihre Daten verstecken können, aber auch sie machen manchmal Fehler.

Halten Sie sich von Betrügern fern, die nach Geld fragen

Romance Scam-Betrüger geben sich in der Regel als Soldaten aus, die auf einer geheimen Mission oder aus einem anderen Grund im Ausland festsitzen, und sie sagen, dass die einzige Person, die helfen kann, Sie sind. Dies ist eine offensichtliche Lüge, denn jemand, der sich auf einer geheimen Mission befindet, würde dies keinem Zivilisten erzählen.

Hüten Sie sich vor Freundschafts- oder Follower-Anfragen von Personen, die Sie nicht kennen

Scammer können Sie ausspähen, bevor sie sich mit Ihnen auf einem anderen Konto verbinden, um Ihnen vorzugaukeln, dass Sie jemanden gefunden haben, der zu Ihnen passt.

Senden Sie kein Geld an Online-Fremde

Scammer werden schnell müde, wenn Sie ihnen nichts geben. Wenn Sie jemanden nicht im wirklichen Leben getroffen und eine gute Zeit miteinander verbracht haben, dann ist diese Person ein Fremder, der buchstäblich jeder sein könnte.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie Opfer eines Romance Scam geworden sind und Informationen für eine Anzeige sammeln möchten, zögern Sie nicht, unsere Detektei Reimann zu kontaktieren.

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Fallbeispiel: Wie Onlinebetrüger versuchen Sie hinter´s Licht zu führen

Im Mai erhielten wir einen Anruf von Frau S., einer Berufstätigen mittleren Alters in Norddeutschland, die seit einigen Monaten eine Online-Beziehung mit einem italienischen Mann hatte. Als ihre Beziehung wuchs, wuchs auch ihr Misstrauen. In den nächsten 20 Minuten erzählte sie mir eine schwindelerregende Geschichte über “Antonio”, einen italienischen Ölmanager, der aus unklaren Gründen in Norwegen festgehalten wurde und finanzielle Unterstützung benötigte.

Wie “Antonio” Frau S. kontaktierte

Im Dezember 2019 lud Antonio Frau S. ein, sich auf LinkedIn zu verbinden. Es war eine dieser unverfänglichen Anfragen, die man ständig bekommt, wenn man LinkedIn-Mitglied ist. Obwohl Frau S. keine Verbindungen mit Antonio teilte, schien sein Profil realistisch zu sein. Er war in Turin ansässig, hatte einen Abschluss von der Universität und arbeitete als Projektmanager bei einem großen Mineralölhersteller. Antonio hatte seine Karriere in der Ölindustrie verbracht und auf Ölplattformen gearbeitet. Er hatte mehrere hundert Verbindungen, war auf LinkedIn aktiv, teilte Fotos und Zitate und hatte mehrere Empfehlungen von anderen LinkedIn-Mitgliedern für seine Fähigkeiten als Ingenieur und Projektmanager. Antonio´s Foto zeigte einen Mann mittleren Alters – nicht zu gut aussehend und nicht zu perfekt. Genau die Art von Bild, an die niemand zweimal denken würde.

Das Gespräch begann ganz normal – freundlich, aber professionell. Nach ein paar Wochen wurde es interessanter. Bald fingen Frau S. und Antonio an, mehrere Stunden am Tag über WhatsApp zu chatten. Und dann begannen sich Antonios Probleme zu entfalten.

Als Antonio und Frau S. anfingen, miteinander zu chatten, war er für ein einjähriges Projekt auf einer Ölplattform vor der Küste Norwegens stationiert, das ihm mehr als 200.000 € einbrachte – Geld, das er sich einfach nicht entgehen lassen konnte. Außerdem, so erklärte Antonio, brauchte er einen extremen Tapetenwechsel. Seine Frau war ein paar Jahre zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen, und er wollte die Welt erkunden und sich von seiner Trauer ablenken.

Mitte Februar saß Antonio auf der Bohrinsel fest. Eingehende Nachrichten beschrieben eine eskalierende Krise: Die beschädigte Bohrinsel hatte nach einem schweren Wintersturm begonnen, Öl in die Nordsee abzugeben und befand sich in schlechtem Zustand. Antonio hielt eine Evakuierung für unnötig, aber die Firma war anderer Meinung. Die Crew wurde mit einem Hubschrauber an Land gebracht, während ein Notfallteam die Bohrinsel reparierte.

Nach ein paar Wochen an Land kehrte Antonio auf die Bohrinsel zurück und verbrachte die letzten Wochen seines Vertrags damit, Wartungsarbeiten zu erledigen und seine Sachen zu packen. Sein Vertrag lief Anfang März aus, und danach wollte er zurück nach Italien.

Ende Februar bat Antonio Frau S., auf sein Bankkonto zuzugreifen. Er könne von der Bohrinsel aus keinen Online-Zugang bekommen, erklärte er.

Das ergab für Frau S. keinen Sinn, und auch für mich wenig Sinn, als sie die Geschichte erzählte. Warum konnte er nicht selbst auf das Konto zugreifen? Er hat ihr doch über das Internet Nachrichten geschickt, oder nicht? Und wer bittet jemanden, den er nie zu Gesicht bekommen hat, auf seine Bankdaten zuzugreifen? Ist das schon ein Hinweis auf einen versuchten Online Betrug?

Antonios Bitte machte Frau S. unruhig, aber sie konnte nicht genau sagen, warum. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sie um nichts gebeten. Er wollte nur, dass Frau S. auf sein Bankkonto zugreift. Das schien harmlos zu sein. Trotzdem lehnte sie ab, und er erwähnte es nicht mehr.

Anfang März wurde Antonio nach Edinburgh, Schottland, versetzt. Er teilte Frau S. am Telefon mit, dass er über London nach Hause fahren würde, aber bevor er das Land verlassen konnte, musste er bei der Umweltbehörde von Großbritannien eine Art Genehmigung einholen.

Und da wurden die Dinge interessant.

Antonio erzählte Frau S. , dass seine Bankkonten aus einem unbekannten Grund “gesperrt” worden waren und er die “Freigabe”-Gebühr von 4.500 £ aufbringen musste. Er hatte nur 1.000 Pfund bei sich und bat Frau S. , das Geld an die Umweltbehörde in London zu schicken. All das kam ihr ziemlich verdächtig vor, bis auf die Tatsache, dass Antonio ihr sagte, sie solle das Geld direkt an die Umweltbehörde in London schicken. Ist das ein Hinweis auf einen versuchten Online Betrug gewesen?

Frau S. hat nie direkt gesagt, dass ihr etwas verdächtig vorkamm. Aber sie hat das Geld auch nicht überwiesen. Stattdessen stieg sie in ein Flugzeug nach London, kam am Morgen des 10. März an und rief sofort Antoinio an, der sie in Heathrow abholen sollte. Das Telefon klingelte und klingelte. Frau S. machte sich auf den Weg zum Hotel und wartete. In den nächsten 28 Stunden hörte sie kein Wort von Antonio.

Schließlich erschien eine WhatsApp-Nachricht von Antonio. Er war festgenommen worden, nachdem er sich bei der Umweltbehörde gemeldet hatte, und wurde nun nach Bergen an der Westküste Norwegens gebracht. Die Gründe für seine Verhaftung und den Transport nach Norwegen waren nicht ganz klar. War hier ein Online Betrüger am Werk?

Die Geschichte wurde immer verworrener und weniger glaubhaft. Aber für einen Moment hatte Frau S. den Drang, in einen Zug zu steigen und die 13-stündige Fahrt nach Bergen anzutreten.Und dann besann sie sich, buchte den nächsten Flug nach Norddeutschland und fuhr nach Hause.An dieser Stelle hätte die Geschichte enden sollen. Aber das tat sie nicht.

Eine Woche nachdem Frau S. nach Hause geflogen war, landete eine E-Mail von Antonios Anwalt in ihrem Posteingang. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir ziemlich sicher, dass Antonio ein Online Betrüger war, dass meine Gedanken vielleicht abschweiften. Aber kurz gesagt, der Anwalt sagte ihr, dass Antonio in Norwegen festsaß, weil er seine Geldstrafe nicht bezahlen konnte. Sein Bankkonto war immer noch gesperrt, und die Anwaltskanzlei brauchte Frau S. Hilfe, um Geld zwischen Antonios Konten zu überweisen, damit Antonio die Geldstrafe von seinem eigenen Konto bezahlen konnte.

Frau S. sah sich gezwungen zu helfen und überwies in verschiedenen Transaktionen Beträge von 30.000€ pro Tag, von denen nichts von ihrem eigenen Konto abgehoben wurde. War es nun doch kein versuchter Online Betrug?

Ich konnte mir immer noch nicht vorstellen, was hier gespielt wird. Geldwäscherei? War das eine vertrauensbildende Maßnahme von Antonio? Oder war Frau S. in etwas viel Tieferes verwickelt, das sie nicht zugeben wollte? Oder war es ein gute vorbereiteter Online Betrug?

Wie auch immer, Anfang Juni hatte Frau S. die Nase voll. Antonio wurde immer noch in Norwegen festgehalten, aus Gründen, die undurchsichtig blieben. Sie hatte seit Wochen keinen direkten Kontakt mehr zu ihm. Und der Anwalt aus Turin hatte sie per E-Mail kontaktiert und behauptet, dass etwas, das sie getan habe, die Bank gezwungen hatte, Antonios Konto zu schließen. Frau S. war frustriert und verwirrt; alles, was sie getan hatte, war, die Anweisungen des Anwalts zu befolgen.

Und dann bat  Antonios Anwalt Frau S. , das Geld in Bitcoin zu schicken. Daraufhin kontaktierte sie uns. Nun schien das ganze deutlich auf einen Online Betrug hinauszulaufen.

Trotz der seltsamen Wendungen in Antonios Geschichte und der fragwürdigen Bitte des Anwalts, Geld in Bitcoin zu schicken, klang Frau S. am Telefon hoffnungsvoll; ein Teil von ihr wollte immer noch glauben. Sie erzählte mir, dass sie gehofft hatte, persönlich nach Norwegen zu reisen, anstatt die Bitcoin zu schicken. Ihrer Meinung nach war sie vorsichtig gewesen und hatte eine Menge Dinge richtig gemacht. Sie stellte tonnenweise Fragen. Sie bewahrte Dokumente auf, offiziell aussehende Dokumente. Sie fragte nach intimen Details und machte sich sorgfältige Notizen. Das Frau S. auf einen Online Betrug reinzufallen drohte schien ihr nicht besonders plausibel.

Frau S.wirkte auf mich wie eine vernünftige, gebildete Person mit einem guten Gespür für das Nicht-ganz-Rechte. Wenn jemand wie sie betrogen werden konnte, dachte ich mir, kann das fast jeder /jedem passieren.

Sie hatte monatelang stundenlanges, banales Geschwätz aufgezeichnet. Sie fand Antonios Hintergrundgeschichte und seinen “perfekten” italienischen Akzent sofort glaubhaft. Und alles in allem war sie ein paar tausend Euros an diversen “Gebühren” los. Antonio hat nie wirklich viel von ihr bekommen. Es schien viel Arbeit für sehr wenig Lohn zu sein. Es schien aber trotzdem ein Online Betrug zu sein.

Die Menge an Informationen, die Frau S. über Antonio gesammelt hatte, ließ sie glauben, dass er real war. Sie hatte Antonios Geburtsdatum, seine Heimatadresse in Italien, seine Sozialversicherungsnummer, italienische Telefonnummern und Fotos. Sie kannte den Namen seiner Großmutter, das Pflegeheim, in dem Antonios Mutter lebte, seine Größe und Blutgruppe. Sie wusste sogar von dem tödlichen Autounfall seiner Frau am ersten Freitag im Februar 2015. Für sie fügten sich all diese Details zu einer robusten Fakteninfrastruktur zusammen, die wie das Leben eines echten Menschen aussah. Und selbst die roten Lampen in Richtung Online Betrug wiesen nicht in eine bestimmte Richtung: Warum war er nicht verschwunden, als sie sich weigerte, Geld zu überweisen?

Zu diesem Zeitpunkt schliessliche vermutete Frau S. , dass sie betrogen wurde, aber sie wollte ein paar Dinge wissen: War Antonio eine reale Person? Existierte diese Anwaltskanzlei?

Frau S. war vernünftig. Sie hatte Tonnen von Informationen und brauchte eine einfache Antwort: War ihre Beziehung zu  Antonio echt oder ein Online Betrug? War ihr Vertrauen missbraucht worden, von einem Onlinebetrüger?

Angesichts der schieren Menge an Informationen, die Frau S. über Antonio hatte, schien es , dass es ziemlich einfach sein würde nachzuweisen, dass es sich um einen Onlinebetrug. Denn ich habe diesen “Film” oft genug gesehen.

Ich sagte Frau S. , dass ich selbst ein bisschen recherchieren würde und mich dann mit einigen Empfehlungen bei ihr melden würde. Ich legte den Hörer auf und konnte es kaum erwarten loszulegen.

Innerhalb von 30 Minuten hatte ich einige vorläufige Recherchen angestellt und einen Termin für ein weiteres Gespräch mit Frau S. vereinbart und wir sprachen am nächsten Tag.

Antonio war nicht real sondern ein Online Betrüger, sagte ich ihr. Es stellte sich heraus, dass Antonios Lügennetz nicht so leicht zu entwirren war.
Es gab keinen Antonio, der an der Adresse lebte, die sie mir gegeben hatte. Es war ein echtes Haus, aber niemand mit diesem Namen oder Nachnamen lebte jemals an dieser Adresse. Ein klarer Hinweis in Richtung Onlinebetrug.

Es gab niemanden mit dem Namen Antonio und dem Geburtsdatum, das sie mir gab, in ganz Italien. Und die Sozialversicherungsnummer war auch nicht echt, was ein weiterer Hinweis darauf war, dass Antonio ein Onlinebetrüger ist.

Die Anwaltskanzlei war ebenfalls gefälscht. Der Domainname, den die Anwälte benutzten? Er wurde einen Tag, bevor sie Frau S. gemailt haben, eingerichtet. Und der Name des Anwalts, den sie hatte, existierte auch nicht.

Der letzte Sargnagel waren die Fotos von Antonio. Ich ließ die Fotos, die sie schickte, durch ein Gesichtserkennungsprogramm laufen. Die Fotos von Antonio waren  in wirklichkeit von  einem russischen Aktivist, der aus dem Land geflohen war und in Spanien lebte. Jedes einzelne der Fotos, die sie mir schickte, war auf seinem Facebook-Profil gestohlen worden. Ein eindeutiger Hinweis auf einen Onlinebetrug.

Frau S. nahm die Nachricht mit Gleichmut auf. Ihre Stimme verriet eine Mischung aus Erleichterung und Beunruhigung: Wie konnte jemand so etwas tun? Und warum? “Es gibt viele böse Menschen da draußen, die andere emotional und finanziell ausbeuten”, schrieb sie mir später.

Frau S. war auch damit einverstanden, dass ich ihre Geschichte erzähle, um anderen zu helfen, die sich in Online-Beziehungen bewegen und sich fragen, wie viel sie vertrauen und wie sie vermeiden einem Online Betrug zum Opfer zu fallen.

Hier sind also einige unser Tipps, um sich vor Online-Betrügern zu schützen – oder zumindest den Schaden zu mindern, wenn Sie auf einen Online-Betrug hereinfallen.

Online-Betrüger überhäufen Sie gerne mit Details, die schwer zu verifizieren sind, wie z. B. die Tatsache, dass sie in der Schule ein Sport Ass waren oder dass sie die erste Person waren, die jemals eine Schüssel Müsli in weniger als 10 Sekunden gegessen hat. Zufällige Details wie diese “fühlen” sich wahr an, beweisen aber nichts. Versuchen Sie, Daten zu bekommen, die Sie überprüfen können, wie z. B. Geburtsdaten, Kopien von offiziellen Dokumenten, Familiennamen usw. Online Betrüger werden versuchen Ausreden zu erfinden um Ihnen diese vorzuenthalten.

Sie sollten nicht nur versuchen, beiläufig nachprüfbare Details aus der Person herauszuquetschen, sondern diese Details aufschreiben – sie haben bei Online Betrügern die Tendenz, sich im Laufe der Zeit zu verändern.

Also Dinge wie:

 ✓ Geburtsdatum.

✓ Sozialversicherungsnummer.

✓ Adressen.

✓ Namen der Eltern.

✓ Namen der Geschwister.

✓ Namen von Arbeitskollegen.

Frau S. war sich sicher, dass Antonio aufgrund seines Akzents ein Italiener war. Aber um einen Videoanruf zu bitten, hätte alles ändern können und den Online Betrug vorzeitig aufgedckt. Hätte die Person auf dem Video mit den Fotos, die er geschickt hat, und dem Akzent, den sie von den Telefonaten kannte, übereingestimmt?

Nehmen Sie Fotos, die Ihnen jemand schickt, nicht für bare Münze. Typischerweise haben Onlinebetrüger einen Satz an Bildern, die sie online gefunden haben – es ist relativ einfach, Dutzende oder sogar Hunderte von Schnappschüssen von jemandem aus Social-Media-Feeds oder Blogs abzuschöpfen.

Wie wäre es dann, nach einem Foto Ihres neuen Freundes an dem Ort zu fragen, von dem aus er behauptet, Ihnen gerade eine Nachricht zu schicken? Hat das Bild Ähnlichkeit mit Ihrer Person? Sieht der Hintergrund aus wie die Westküste von Norwegen im Februar?

Sprechen Sie mit einer unabhängigen dritten Partei und holen Sie deren ehrliche Meinung ein. Als Frau S. mir die Geschichte erzählte, sagte sie einige Male laut: “Das klingt lächerlich.” Innerhalb weniger Minuten war ich mir sicher, dass es sich um einen Online Betrug handelte, und ich denke, das Gespräch mit mir hat ihr geholfen, das auch zu erkennen. Ich glaube nicht, dass sie ihre Geschichte jemals jemandem erzählt hatte – zum Teil aus Verlegenheit. Aber wenn Sie sich selbst die ganze Geschichte erklären hören, klingt sie vielleicht verrückt genug, dass es Ihnen hilft, Ihre Denkweise zu ändern und sich die Wahrheit einzugestehen.

Ein Argument, das ich immer wieder höre, ist: “Aber sie haben doch nie wirklich um etwas gebeten!” Ich habe im Laufe der Jahre an Dutzenden solcher Online-Betrug Fälle gearbeitet. Manchmal wollen die Online Betrüger gar nichts. Manchmal spielen sie einen langen Schwindel und bauen ihn auf, um später die große Forderung zu stellen. Manchmal geht es nur darum, etwas Gesellschaft zu haben, oder um den Nervenkitzel, mit etwas davonzukommen. Sie können sich wirklich nicht vorstellen, was manche Menschen motiviert. Alles, was Sie tun können, ist zu lernen, wie Sie sich davor schützen können, von Online Betrügern verletzt zu werden.

Denken Sie daran, dass niemand immun ist, unabhängig von seiner Intelligenz, seiner Bildung oder seinem Geschick auf der Straße von Online Betrügern auf´s Kreuz gelegt zu werden. Jeder kann betrogen werden, auch milliardenschwere Investoren, Nobelpreisträger, Harvard-Professoren und ehemalige Politiker sind schon Online Betrügern auf den Leim gegangen.

Allein das Wissen darum kann Sie bis zu einem gewissen Grad gegen die Scham und die Verleugnung impfen, die Menschen allzu oft davon abhalten, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um sich vor Online Betrug zu schützen.

Selbsterkenntnis hilft. Was sind Ihre Schwachstellen, Unsicherheiten oder  empfindliche Punkte? Seien Sie brutal ehrlich zu sich selbst. Liebesbetrüger und Online Betrüger sind brillant im Ausnutzen von Sehnsüchten: Menschen wollen sich liebenswert, attraktiv, großzügig, aufgeschlossen, mitfühlend, mächtig, selbstlos oder klug fühlen, also findet der Online Betrüger Wege, dieses Verlangen zu stillen. Kontaktieren Sie die Detektei Reimann um herauszufinden ob Sie von einem Online Betrüger hereingelegt wurden!

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